Samuel Adler, Komponist und Geschichtenerzähler

Anmerkungen zur Autobiografie von Samuel Adler, der 1938 mit seinen Eltern aus Mannheim in die USA flüchtete und nun am 4. März 2024 seinen 96. Geburtstag feiern kann.

Von Jürgen Thym

Samuel Adler, ca. 1970 | Foto K. Cummings

„Geschichten aus dem Leben eines Komponisten“ lautet der Untertitel der Autobiografie Building Bridges with Music von Samuel Adler.  Ja, ein Geschichtenerzähler ist er, aber beileibe nicht nur das.  Das Projekt, einige dieser Geschichten aus der mündlichen Überlieferung zu „retten“ und sie für eine spätere Veröffentlichung zu fixieren, begann schon Mitte der 1980er Jahre, als Sam am Familientisch saß und manche dieser Anekdoten erzählte, während ein Tonbandgerät sie aufzeichnete. Die Transkriptionen dienten dreißig Jahre später dazu, seine Erinnerungen zu wecken und das Projekt der Autobiografie 2017 zum Abschluss zu bringen.

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Who is Samuel Adler?

Samuel Adler, CD cover

In his old homeland of Germany, Samuel Adler was almost forgotten. But in recent times, his name has reappeared here and there in concert programs. Some of his works were performed at the Konzerthaus Berlin on the occasion of his 90th birthday in 2018, and a portrait programme about him from 2021 can be found in the Deutschlandfunk (DLF) media library. He was 93 years old at the time and had just completed his seventh symphony. He wrote it without a commission, „just for myself“. It was premiered in 2022 in Frankfurt/Oder by the Brandenburg State Orchestra, which has already released his Symphonies Nos. 1 and 2 as well as a piano and violin concerto on CD (LINN Records).

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Wer ist Samuel Adler?

CD-Cover Samuel Adler

In seiner alten Heimat Deutschland geriet Samuel Adler beinahe in Vergessenheit. Doch in jüngster Zeit taucht sein Name wieder da und dort in den Konzertprogrammen auf. Im Konzerthaus Berlin erklangen zu seinem 90. Geburtstag 2018 einige seiner Werke, und in der Mediathek des Deutschlandfunks (DLF) findet man eine Porträtsendung über ihn aus dem Jahr 2021. Damals war er 93 Jahre alt und hatte gerade seine siebte Sinfonie vollendet. Er schrieb sie ohne Auftrag, „just for myself“. Uraufgeführt wurde sie 2022 in Frankfurt/Oder vom Brandenburgischen Staatsorchester, das schon seine Sinfonien Nr. 1 und 2 sowie ein Klavier- und ein Violinkonzert auf CD veröffentlicht hat (LINN Records).

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Florence Price, wiederentdeckt

Florence Price

Florence Price war bis vor wenigen Jahren ein No-Name im Konzertbetrieb. Doch heute tauchen ihre Orchesterwerke nicht nur in den USA, sondern auch in Europa vermehrt in den Konzertprogrammen auf. Der Beginn dieses Revivals kann im Wesentlichen auf das Jahr 2018 datiert werden, als im New Yorker und in der New York Times Würdigungen ihres Schaffens erschienen, der Verlag Schirmer die Rechte kaufte und die Vermarktung in die Hand nahm.

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On Luigi Nono’s late work:
Another world – but which one?

Luigi Nono 1979 | Foto Fernando Pereira 1979, Wiki

The ten-minute orchestral piece A Carlo Scarpa, architetto, ai suoi infiniti possibili (1984) is a prime example of Luigi Nono’s late work. The title („For Carlo Scarpa, architect, for his infinite possibilities“ or also: „for his possible infinities“) is a personal homage. Nono remembered in this work his friend, the Venetian architect Carlo Scarpa, who died in faraway Japan in 1978 and whose architectures are characterized by a special sensitivity in their handling of space and the materials used.

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Giorgio Battistelli und das Musiktheater

Giorgio Battistelli 2008

Giorgio Battistelli, 2023 siebzig Jahre alt geworden, ist einer der fruchtbarsten Komponisten auf dem Gebiet des Musiktheaters, und sein Einfallsreichtum scheint keine Grenzen zu kennen. Auf seiner Webseite sind gegenwärtig dreißig Werke aufgelistet, und schon ihre Titel verraten eine ungewöhnliche Vielfalt an Themen und Formen. Das Spektrum reicht von der multimedialen Kleinform über das halbszenische Konzert bis zur abendfüllenden Oper mit großer Besetzung, von der leichtfüßigen Satire bis zum schwergewichtigen Musikdrama.

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Zum Spätwerk von Luigi Nono:
Eine andere Welt – aber welche?

Luigi Nono 1979 | Foto Fernando Pereira 1979, Wiki

Das rund zehnminütige Orchesterstück A Carlo Scarpa, architetto, ai suoi infiniti possibili (1984) ist ein Musterbeispiel für das Spätwerk von Luigi Nono. Der Titel („Für Carlo Scarpa, Architekt, für seine unendlichen Möglichkeiten“ oder auch: „für seine möglichen Unendlichkeiten“) stellt eine persönliche Huldigung dar. Nono erinnerte damit an den mit ihm befreundeten Venezianer Architekten Carlo Scarpa, der 1978 im fernen Japan gestorben war und dessen Architekturen sich durch eine besondere Sensibilität im Umgang mit dem Raum und den verwendeten Materialien auszeichnen.

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Eine andere Welt – aber welche?“
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The Dickinson Collection:
Robert and Clara Schumann

Arbeit an der Dickinson Collection

The Dickinson Collection consists of autographs and printed scores, manuscripts, letters of Robert and Clara Schumann and others, as well as some personal memorabilia of Clara’s. The musicologists Jürgen Thym and Ralph P. Locke, who discovered the precious collection more than 45 years ago in a cottage at Conesus Lake in Upstate New York, describe in the following essay the circumstances of their find.

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Komitas
und die armenische Musik

Komitas Vardapet

Die armenische Musik kann auf eine uralte Tradition zurückblicken, und Komitas Vardapet (1869-1935) ist der Komponist, der die Tradition für die Gegenwart fruchtbar gemacht hat.

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und die armenische Musik“
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Die Dickinson Collection:
Robert und Clara Schumann

Arbeit an der Dickinson CollectionDie Dickinson Collection: Das sind Notenautographe, Drucke, Briefe und mehr von Robert und Clara Schumann und anderen. Die Musikwissenschaftler Jürgen Thym und Ralph P. Locke haben die wertvolle Sammlung vor über 45 Jahren an einem See im Upstate New York ausfindig gemacht und schildern nachfolgend die Umstände ihrer Entdeckung.

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Wir sind vielleicht die einzigen Musikwissenschaftler, die es in die Seiten des National Enquirer geschafft haben, ein wöchentlich erscheinendes Blatt, das etwa mit der deutschen Bild-Zeitung und anderen Erzeugnissen der Boulevardpresse verglichen werden kann; das Blatt war schon damals und ist noch heute eine Skandalberichten zugeneigte Zeitung und gewiss kein Ort, an dem man musikwissenschaftlich zu Ehren kommen kann.  Die Geschichte unserer Forschung Ende der 1970er Jahre, die uns, wenn auch nur ganz kurz, skandalträchtige Berühmtheit verschaffte, möchten wir mit interessierten Lesern teilen.

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Robert und Clara Schumann“
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