Klaus Huber, biografisch seziert

Klaus Huber Biografie "Welt im Werk"

Eine Biografie über Klaus Huber zu schreiben ist kein leichtes Unterfangen. Die Persönlichkeit des 2017 verstorbenen Komponisten war ebenso, sagen wir mal, problemorientiert wie sein von produktiven Widersprüchen und Brüchen durchzogenes Schaffen. Als erste hat nun Corinne Holtz den Versuch gewagt.

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Klaus Huber, ein Schweizer Komponist

Klaus Huber (2006)

Die Beziehung von Klaus Huber (1924-2017) zu seinem Herkunftsland Schweiz war von kritischer Distanz, aber auch vom Willen, an der Erneuerung des Musiklebens demokratisch mitzuwirken, gekennzeichnet. Dieser 2013 erschienene Text geht den Wurzeln seines Denkens nach und vergleicht seine Auffassungen mit der radikal schweizkritischen Haltung des dreizehn Jahre älteren Max Frisch. MN


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Mendelssohn und die deutschen Denkmäler

Felix Mendelssohn - Bartholdy

Felix Mendelssohn Bartholdy spielte bei der Herausbildung eines deutschen Nationalbewusstseins in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine ganz besondere, bisher wenig beachtete Rolle. Während nach dem Sieg über Napoleon in den deutschen Fürstentümern und nach 1871 auch im Kaiserreich die Kriegsdenkmäler und Monumente zur Beschwörung fiktiver historischer Gemeinsamkeiten aus dem Boden schossen, war der aufgeklärte Bürger und Musiker Mendelssohn bestrebt, mit seiner Kunst die humanistischen Errungenschaften aus der deutschen Vergangenheit in Erinnerung zu rufen.

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Francesco Piemontesi.
Ein Portrait

Francesco Piemontesi spielt Mozart

Francesco Piemontesi, 1983 in Locarno geboren, ist einer der vielseitigsten Pianisten seiner Generation: International gefragter Solist mit einem Repertoire vom Barock bis in die Gegenwart, Darsteller und Co-Autor in einem bemerkenswerten Musikfilm und bis vor kurzem Festivalintendant mit einem Sinn für erlesene Programme.

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Natasha auf Höllenfahrt, eine neue Oper von Toshio Hosokawa

Am 11. August wurde im New National Theatre Tokyo die neue Oper Natasha von Toshio Hosokawa uraufgeführt. Mit dem Libretto von Yoko Tawada stellt sie eine moderne Lesart des Inferno aus der Divina Commedia von Dante dar. Ein Dreipersonenstück, in dem Natasha und Arato von Mephistos Enkel durch sieben Kreise unserer Zivilisationshölle geführt werden.

Szenenbild aus der Oper "Natasha" von Toshio Hosokawa
Szenenfoto aus „Natasha“ | (c) Rikimaru Hotta/New National Theatre, Tokyo

Bevor im Opera Palace das Saallicht ausgeht, erscheint im Bühnendisplay die Mitteilung: „This theatre is earthquake-safe. Remain seated until instructed.“ Wir sind in Japan, genauer, in Tokio, und hier wird „erdbebensicher“ gebaut. Also keine Panik. Von einer Probe aufs Exempel bleiben wir an diesem Tag aber verschont.

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Nuria Schoenberg Nono talks about her life with Luigi „Gigi“ Nono

This Interview with Nuria Schoenberg Nono about her husband Luigi „Gigi“ Nono was made on September 28, 2024 in Venice.

Nuria Schoenberg Nono having a walk on the Giudecca,  Venice
Nuria Schoenberg Nono 2024 | ©Max Nyffeler

Nuria Schoenberg Nono, when did you meet Luigi Nono?

I’m very bad with dates, but this I remember exactly. It was 1954 in Hamburg. He came to the premiere of the opera Moses und Aron by my father, Arnold Schönberg.

How did he come up with the idea of going to Hamburg?

Gigi already knew my father’s music, and I think the conductor Hermann Scherchen gave him a ride. Since it was a premiere, three years after my father’s death, my mother also came from Los Angeles. Gigi was already well known in Germany at the time; a good ten of his works premiered there between 1950 and 1954.

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Paul Dessau’s Wild “Lanzelot”

CD Cover of Paul Dessau's "Lanzelot"

The first recording of Paul Dessau’s opera “Lanzelot”, based on a production in Weimar 50 years after its premiere in Berlin, introduces us to a politically rambunctious, often-entertaining opera from ’60s East Germany.

by Ralph P. Locke

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Nuria Schoenberg Nono remembers: Arnold Schoenberg in private

Nuria Schoenberg Nono paints a portrait of Arnold Schönberg the family man, which is radically different from the familiar image of Schönberg the twelve-tone revolutionary. An interview by Max Nyffeler.
Deutsche Fassung

Nuria Schoenberg Nono in Venice. Photo: © Max Nyffeler 2024

Nuria Schoenberg Nono, you were born in 1932, and just two years later your parents emigrated to America to escape the Nazis. You spent your childhood and youth in Los Angeles. What was your experience of your father then, in public and in private?

He was hardly known to the general public. We were emigrants, and his music was foreign to the Americans. In Los Angeles, someone might say to him: “Ah, I know who you are. You are the father of Ronny, who won the tennis tournament.” Granted, he was a professor at the university, but he was no god. In Europe, it was different. When I went to Hamburg in 1954 for the posthumous premiere of his opera Moses und Aron, I experienced the strangest things. People came up to me and said, “Oh, you’re Schönberg’s daughter. May I touch you?”

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Nuria Schoenberg Nono erinnert sich: Arnold Schönberg privat

Nuria Schoenberg Nono zeichnet ein Porträt des Familienmenschen Arnold Schönberg, das sich vom bekannten Bild des Zwölftonrevolutionär Schönberg radikal unterscheidet. Ein Interview von Max Nyffeler.
English version

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Beethoven der Europäer

Beethoven the European - Beethoven der Europäer

Beethoven the European bzw. Beethoven der Europäer war der Titel eines internationalen, vom Centro Studi Opera omnia Luigi Boccherini (Lucca) 2020 veranstalteten Kongresses zum 250. Geburtsjahr von Ludwig van Beethoven, an dem Wissenschaftler aus der ganzen Welt teilnahmen. Unter dem gleichen Titel steht auch der 2023 bei Brepols im belgischen Turnhout erschienene Sammelband mit den Referaten. Beides ist aufgrund der Pandemie nicht seiner herausragenden Bedeutung entsprechend zur Kenntnis genommen worden. Jürgen Thym gewährt mit seiner ausführlichen Rezension einen detailreichen Einblick in den Inhalt des Buches und stellt fest: „Es feiert den Komponisten als unbestrittene Ikone der Musik und mehr.“

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