On Luigi Nono’s late work:
Another world – but which one?

Luigi Nono 1979 | Foto Fernando Pereira 1979, Wiki

The ten-minute orchestral piece A Carlo Scarpa, architetto, ai suoi infiniti possibili (1984) is a prime example of Luigi Nono’s late work. The title („For Carlo Scarpa, architect, for his infinite possibilities“ or also: „for his possible infinities“) is a personal homage. Nono remembered in this work his friend, the Venetian architect Carlo Scarpa, who died in faraway Japan in 1978 and whose architectures are characterized by a special sensitivity in their handling of space and the materials used.

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Giorgio Battistelli und das Musiktheater

Giorgio Battistelli 2008

Giorgio Battistelli, 2023 siebzig Jahre alt geworden, ist einer der fruchtbarsten Komponisten auf dem Gebiet des Musiktheaters, und sein Einfallsreichtum scheint keine Grenzen zu kennen. Auf seiner Webseite sind gegenwärtig dreißig Werke aufgelistet, und schon ihre Titel verraten eine ungewöhnliche Vielfalt an Themen und Formen. Das Spektrum reicht von der multimedialen Kleinform über das halbszenische Konzert bis zur abendfüllenden Oper mit großer Besetzung, von der leichtfüßigen Satire bis zum schwergewichtigen Musikdrama.

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Zum Spätwerk von Luigi Nono:
Eine andere Welt – aber welche?

Luigi Nono 1979 | Foto Fernando Pereira 1979, Wiki

Das rund zehnminütige Orchesterstück A Carlo Scarpa, architetto, ai suoi infiniti possibili (1984) ist ein Musterbeispiel für das Spätwerk von Luigi Nono. Der Titel („Für Carlo Scarpa, Architekt, für seine unendlichen Möglichkeiten“ oder auch: „für seine möglichen Unendlichkeiten“) stellt eine persönliche Huldigung dar. Nono erinnerte damit an den mit ihm befreundeten Venezianer Architekten Carlo Scarpa, der 1978 im fernen Japan gestorben war und dessen Architekturen sich durch eine besondere Sensibilität im Umgang mit dem Raum und den verwendeten Materialien auszeichnen.

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The Dickinson Collection:
Robert and Clara Schumann

Arbeit an der Dickinson Collection

The Dickinson Collection consists of autographs and printed scores, manuscripts, letters of Robert and Clara Schumann and others, as well as some personal memorabilia of Clara’s. The musicologists Jürgen Thym and Ralph P. Locke, who discovered the precious collection more than 45 years ago in a cottage at Conesus Lake in Upstate New York, describe in the following essay the circumstances of their find.

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Komitas
und die armenische Musik

Komitas Vardapet

Die armenische Musik kann auf eine uralte Tradition zurückblicken, und Komitas Vardapet (1869-1935) ist der Komponist, der die Tradition für die Gegenwart fruchtbar gemacht hat.

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Die Dickinson Collection:
Robert und Clara Schumann

Arbeit an der Dickinson CollectionDie Dickinson Collection: Das sind Notenautographe, Drucke, Briefe und mehr von Robert und Clara Schumann und anderen. Die Musikwissenschaftler Jürgen Thym und Ralph P. Locke haben die wertvolle Sammlung vor über 45 Jahren an einem See im Upstate New York ausfindig gemacht und schildern nachfolgend die Umstände ihrer Entdeckung.

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Wir sind vielleicht die einzigen Musikwissenschaftler, die es in die Seiten des National Enquirer geschafft haben, ein wöchentlich erscheinendes Blatt, das etwa mit der deutschen Bild-Zeitung und anderen Erzeugnissen der Boulevardpresse verglichen werden kann; das Blatt war schon damals und ist noch heute eine Skandalberichten zugeneigte Zeitung und gewiss kein Ort, an dem man musikwissenschaftlich zu Ehren kommen kann.  Die Geschichte unserer Forschung Ende der 1970er Jahre, die uns, wenn auch nur ganz kurz, skandalträchtige Berühmtheit verschaffte, möchten wir mit interessierten Lesern teilen.

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Musings about David

“Was the Kingdom of David and Solomon a glorious empire—or just a little cow town?”  The National Geographic Magazine posed this provocative question in its December 2010 issue, and immediately gave the answer: “It depends on which archaeologist you ask.” 

by Jürgen Thym

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Spem in alium von Thomas Tallis – zu zweit

Gespräch mit  Terry Wey und Ulfried Staber über Spem in alium

 

Spem in alium, die Motette von Thomas Tallis, war beim Herbstfestival des Forum Alte Musik Zürich Gegenstand einer ungewöhnlichen Aufführung. Der englische Renaissancekomponist schuf das Werk vermutlich 1573 zum vierzigsten Geburtstag von Queen Elisabeth I. Er schrieb es für acht Chöre zu je fünf Stimmen, also insgesamt vierzig Stimmen; eine Aufführung dauert je nach Interpreten zwischen neun und elf Minuten. Aufgrund der Riesenbesetzung ist es nicht gerade häufig zu hören.

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Das phänomenale Musikdorf Sobrio

Sobrio hat wie die meisten Tessiner Bergdörfer im Lauf des 20. Jahrhunderts massiv an Bewohnern eingebüßt, 2016 waren es gerade noch achtzig. Doch nun ist neues Leben eingekehrt. „Villaggio della Musica“, Dorf der Musik, nennt es sich heute, und an einem Geländer am Dorfeingang hängt ein Transparent: Sobrio Festival. „Das phänomenale Musikdorf Sobrio“ weiterlesen

100 Jahre Bärenreiter-Verlag

Bärenreiter, ein führender deutscher Verlag für klassische Musik, wurde 1923 vom damals zwanzigjährigen Karl Vötterle in Augsburg gegründet. 1927 wurde der Firmensitz nach Kassel verlegt. In seinen Anfängen war er eng mit dem „Wandervogel“, der populären, in zahlreichen „Bünden“ organisierten Jugendmusikbewegung, verbunden. Das heutige Verlagsprogramm mit seinen Gesamtausgaben und Werken vom Barock bis zur Gegenwart entstand erst im Lauf der Jahre. „100 Jahre Bärenreiter-Verlag“ weiterlesen