Zu aktuellen Tendenzen in der Musikkritik

Vorbemerkung 2025: Beim nachstehenden Text über Musikkritik handelt es sich um einen Vortrag beim Symposium „Neue Musik und Berichterstattung“, das die Europäische Konferenz der Veranstalter Neuer Musik vom 9. bis 11. Oktober 1986 auf Schloss Hofen bei Bregenz durchführte. Vieles hat sich seither verändert, doch die Behauptung sei gewagt: Die hier angestellten Überlegungen sind trotz ihrer Zeitgebundenheit in ihren Grundsätzen noch immer aktuell. Mehr noch – im digitalen Zeitalter sind die beschriebenen Defizite, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zum stillschweigend hingenommenen Normalzustand geworden. NB: Das Foto ist KI-generiert.
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Mr. Cage, in the last few years, you have mainly been performing with the Merce Cunningham Dance Company, Are you still giving concerts on your own?
„Die Zeiten klingen zusammen, nicht im Sinne einer Harmonie, sondern oft genug als Widerspruch“, heißt es in einer Notiz von Hans Zender zu seinen „komponierten Interpretationen“, den künstlerischen Neudeutungen alter Werke. Es ist ein typischer Zender-Satz. Und am Schluss seiner Überlegungen zur kreativen Neulektüre alter Werke fasst er seine von wachem Einfühlungsvermögen geleitete Künstlerhermeneutik so zusammen: 
