Younghi Pagh-Paan und der lange Weg

Ein Portrait der koreanischen Komponistin Younghi Pagh-Paan
Von Max Nyffeler

„Niemals sollen sie mich besitzen, weder lebendig noch tot! Ankommen möchte ich endlich! Ich bin’s, der Mensch“,

sagt Oedipus in Younghi Pagh-Paans Oper „Mondschatten“.[1] Nach einem langen, schrecklichen Leben, in dem er ungewollt schuldig wurde und sich selbst zur Sühne die Augen ausstach, wird er von seiner Tochter Antigone in den heiligen Hain auf dem Hügel Kolonos geführt, wo er sterben will. Die 2006 in Stuttgart uraufgeführte Oper basiert auf dem Drama „Oedipus auf Kolonos“ aus dem Jahr 401 v. Chr. von Sophokles. Einbezogen in das Libretto wurden auch Texte des koreanischen Philosophen Byung-Chul Han. „Younghi Pagh-Paan und der lange Weg“ weiterlesen

Chorwerke von Valentin Silvestrov

Wenn eine CD mit „Sacred Songs“ betitelt ist, ist ein meditativer Grundton zu erwarten. Das ist bei den Vokalwerken von Valentin Silvestrov, die der Kammerchor Kiev unter Mykola Hobdych „Chorwerke von Valentin Silvestrov“ weiterlesen

Gespräch mit Hans Zender

Hans Zender über seinen Werdegang als Komponist, Dirigent und Musikschriftsteller, über fernöstliche Kulturen und den abendländischen Logos. Und er wundert sich, dass in deutschen Konzertsälen nicht gelacht werden darf.

Hans Zender
Hans Zender in seinem Arbeitsraum

Herr Zender, Sie haben neben Ihrer kompositorischen und schriftstellerischen Arbeit eine bemerkenswerte Karriere als Dirigent gemacht. „Gespräch mit Hans Zender“ weiterlesen

Ensemblewerke von Marina Khorkova

Die in Berlin lebende Russin Marina Khorkova wühlt mit Leidenschaft in den undomestizierten Klängen, die sie durch unkonventionelle Spielweisen und zahlreiche Zusatzgeräte den Instrumenten entlockt, „Ensemblewerke von Marina Khorkova“ weiterlesen

Walter Smetak, Instrumentenbauer

Wir sind froh, dass der Atlantik dazwischen liegt und die Typen nicht zu uns kommen, sagen die Brasilianer mit Blick auf die umtriebigen Dynamit- und Messeraktivisten in Westeuropa. Der Atlantik als Sicherheitszone, zuverlässiger als das Mittelmeer. So ähnlich reagierte auch Walter Smetak, als er 1937 nach Brasilien emigrierte: „Walter Smetak, Instrumentenbauer“ weiterlesen

Der Komponist und Dirigent Hans Zender

„Was für eine große, geheimnisvolle Sache ist doch die Musik.“ Einer der schönsten Sätze, die in unserer aufklärungssüchtigen Zeit über diese unendlich wandlungsfähige, flüchtige und letztlich ungreifbare Kunstform geschrieben worden sind. Zu finden ist er in einem Text von Hans Zender „Der Komponist und Dirigent Hans Zender“ weiterlesen

Et cetera, Bühnenwerk von Marina Khorkova

Szene aus Et cetera
Szene aus „Et cetera“ von Marina Khorkova

In ihrem Musiktheaterstück Et cetera verleiht die russische Komponistin Marina Khorkova den Opfern des stalinistischen Gulag eine Stimme.

Musiktheater kann alles, heißt es, und angeblich sind den Darstellungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Doch was ist, wenn der Gegenstand so monströs ist, dass er das Musiktheater zu erdrücken droht? „Et cetera, Bühnenwerk von Marina Khorkova“ weiterlesen

Stille und Klang: Toshio Hosokawa

Im Gesprächsband von Walter-Wolfgang Sparrer gibt Toshio Hosokawa Auskunft über seine künstlerische Existenz zwischen Ost und West

Der 1955 in Hiroshima geborene Toshio Hosokawa repräsentiert einen für Japan neuen Komponistentyp. Anders als noch die Generation vor ihm „Stille und Klang: Toshio Hosokawa“ weiterlesen

Pelléas und Mélisande bei den Therapeuten

Dmitri Tcherniakov inszeniert „Pelléas et Mélisande“ in Zürich

Auch so kann man Mélisande sehen, die rätselhafte Naturfrau in Claude Debussys Oper, halb Rapunzel mit langen Haaren, halb wassersüchtige Undine: Sie irrt nicht verstört im Waldesdickicht umher und wird von Golaud behutsam in sein Familienschloss geleitet. Bevor aus dem Orchestergraben des Zürcher Opernhauses die ersten Töne erklingen, „Pelléas und Mélisande bei den Therapeuten“ weiterlesen

Hugues Dufourt: Voyage par-delà les fleuves et les monts

Ein Orchesterstück als verfeinertes Spätprodukt der spektralistischen Kompositionsweise

Das 2010 in Nizza uraufgeführte Orchesterwerk „Voyage par-delà les fleuves et les monts“ von Hugues Dufourt stellt nach den eigenen Worten des Komponisten einen Schritt in kompositorisches Neuland dar. „Hugues Dufourt: Voyage par-delà les fleuves et les monts“ weiterlesen