„Die Vorübergehenden“, eine neue Oper von Nikolaus Brass

Die Idee für seine Oper Die Vorübergehenden, die am 13. Juli in München als Auftragswerk der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt wurde, kam Nikolaus Brass bei der Lektüre der Gedichte des schwedischen Nobelpreisträgers Tomas Tranströmer. Fragmente aus dessen lyrischem Werk, ergänzt durch Zeilen von Rose Ausländer und Mahmoud Darwisch, montierte er in seinem Libretto zu einem Text, der einen Bewusstseinszustand des Übergangs zwischen Wachen und Träumen, Leben und Tod entwirft und mit archetypischen Bildern arbeitet. „„Die Vorübergehenden“, eine neue Oper von Nikolaus Brass“ weiterlesen

Mathias Spahlinger: passage/paysage und die Frage der Freiheit

Mathias Spahlinger, Komponist von passage/paysage
(Foto: privat)

Wie ein erratischer Block liegt das Orchesterstück passage/paysage von Mathias Spahlinger in der musikalischen Landschaft. Musikalisches Hartgestein, alle Proportionen sprengend. Zum Anlass seiner Wiederaufführung durch das Ensemble Modern Orchestra, fast drei Jahrzehnte nach seiner Entstehung, sollen dieser Solitär und das Gedankengebäude, in den er eingebunden ist, hier etwas genauer unter die Lupe genommen werden. „Mathias Spahlinger: passage/paysage und die Frage der Freiheit“ weiterlesen

Toshio Hosokawas Oper „Erdbeben. Träume“

Toshio HosokawaZweieinhalb Jahre nach der Hamburger Uraufführung der Oper „Stilles Meer“ hatte jetzt in Stuttgart mit „Erdbeben. Träume“ ein neues Bühnenwerk von Toshio Hosokawa Premiere. Damals ging es um das Verhalten der Menschen nach der Tsunami-Katastrophe von Fukushima, nun lieferte die Erzählung „Das Erdbeben in Chili“ von Kleist die Vorlage. Beide Male eine Naturkatastrophe, die das Leben der Menschen von Grund auf erschüttert, beide Male ein tragisches Ende. „Toshio Hosokawas Oper „Erdbeben. Träume““ weiterlesen

Peter Ruzicka 70

Mit zwei kleinen, aber feinen Konzert-Events wurde in München der 70. Geburtstag von Peter Ruzicka begangen. In einem Gesprächskonzert im Literaturhaus kamen drei Kammermusikwerke von Ruzicka zur Aufführung, ergänzt durch die Serenade für Violoncello solo von Hans Werner Henze und eine Uraufführung des jungen Italieners Antonio Covello. Einen Tag später folgte in der Black Box im Gasteig ein Kammerkonzert. Beide Konzerte standen unter der Leitung von Peter Tilling, „Peter Ruzicka 70“ weiterlesen

Der ganze Prokofjew und noch mehr

Sergej ProkofjewEine Filmdokumentation vom Prokofjew-Festival 2016 in Moskau und Sankt Petersburg zeichnet auf sieben DVDs ein umfassendes Bild des Komponisten. Ein editorisches Großprojekt. Und wenn es einen Dirigenten gibt, der große Stücke in großen Mengen in kürzester Zeit stemmen kann, dann ist es Valery Gergiev. Was er im April 2016 zum hundertfünfundzwanzigsten Geburtstag von Sergei Prokofjew leistete, ist aber selbst für ihn rekordverdächtig. An zwei Tagen „Der ganze Prokofjew und noch mehr“ weiterlesen

Oliver Knussen ist tot

Oliver Knussen †9.7.2018Oliver Knussen war ein wunderbarer Musiker und großartiger Anreger, der als Komponist, Dirigent und Förderer der Jungen großen Einfluss auf das britische Musikleben der letzten Jahrzehnte hatte. Er wurde 1952 in Glasgow in eine Musikerfamilie hinein geboren und wuchs in London auf. Mit sechs Jahren begann er kleine Stücke zu komponieren, „Oliver Knussen ist tot“ weiterlesen

„My Melodies“ von Helmut Lachenmann

My Melodies heißt das lang erwartete Werk von Helmut Lachenmann. Nach annähernd zwei Jahrzehnten gedanklicher Virulenz, mehrfach verschobenen Uraufführungsterminen und schließlich zwei intensiven Arbeitsjahren konnte der fast dreiundachtzigjährige Komponist nun die Früchte seiner Arbeit ernten. Unter der Leitung von Peter Eötvös erfuhr das „„My Melodies“ von Helmut Lachenmann“ weiterlesen

SN 1993 J: Die Supernova im Kopf

Anmerkungen zum Orchesterstück „SN 1993 J“ von Bettina Skrzypczak

Wie sieht eine Supernova aus? Wir alle kennen die auf Teleskopaufnahmen basierenden Bilder aus dem Weltall. Bunte Bilder von leuchtenden Körpern und Nebeln, von Spiralen und Schlieren aus Licht. Das seien, so wird uns erklärt, Momentaufnahmen von längst erloschenen Sternen, von rasend schnell expandierenden Galaxien, von unsichtbaren Magnetströmen, die ganze Sonnensysteme verschlucken, und anderen interstellaren Katastrophen. „SN 1993 J: Die Supernova im Kopf“ weiterlesen

Intuition und Ratio im Werk von Bettina Skrzypczak

In einem Kommentar zu ihrer Ensemblekomposition „Vier Figuren“ zitiert Bettina Skrzypczak den Maler und Bildhauer Alberto Giacometti:

„Die Welt erstaunt mich von Tag zu Tag mehr. Sie wird entweder weiter oder wunderbarer, sie wird unfassbarer, schöner. Das Detail begeistert mich, das kleine Detail, wie das Auge in einem Gesicht oder das Moos auf einem Baum. Aber nicht mehr als das Ganze; denn warum sollte man „Intuition und Ratio im Werk von Bettina Skrzypczak“ weiterlesen

Isang Yun, der Komponist zwischen Nord- und Südkorea

Foto Isang Yun
Isang Yun (Foto: Isang Yun Gesellschaft)

„Unser General Kim Jong-il hat tiefen Schmerz bekundet, als der talentierte Musiker Isang Yun verstarb“, sagt die Leiterin des 1996 eröffneten Isang Yun Museums in Nordkorea. „Er war ein Sohn unseres Volkes.“ Sie verweist auf die von der Künstlergruppe Mansudae gefertigte Büste des Komponisten.

In der südkoreanischen Gedenkstätte, der Isang Yun Memorial Hall, steht eine Kopie davon. „Isang Yun, der Komponist zwischen Nord- und Südkorea“ weiterlesen